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Aus dem Manuskript „Das dunkle Haus"
Auf unserer Seite der Straße war niemals Sommer. Unser Grundstück lag in einer Senke und grenzte gen Norden an einem baumgesäumten Wildbach. Ab dem frühen Nachmittag warf unser Haus seinen mächtigen Schatten über ein rückwärtig gelegenes Wiesenquadrat, das ich unseren Garten nannte. Zwar fehlten Erdbeerrabatten und Kirschblüten, aber das satte Grün des Rasens war einladend genug, um im Frühjahr Schare von Staren anzulocken, die wie windgetragene, schwarze Schleier in den Garten herabfielen. Nicht selten herrschte zu diesen Zeiten ein Gekreisch und Gezeter vor den Fenstern, dass man kaum sein eigenes Wort verstand.
Sobald aber der letzte Sonnenstrahl hinterm Giebel des Hauses verschwand, kroch eine gespenstische Stille herauf und der Garten versank betrübt und regungslos in einen Dämmerzustand. Die Blüten der wenigen Blumen schlossen sich, die Vögel verstummten und alles Kleingetier suchte sich einen Platz für die Nacht. Die Nächte in unserem Garten waren lang und bitterkalt.
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